Fluchtursachen bekämpfen statt Leid instrumentalisieren!

Mit der Forderung, Aufnahmelager für Flüchtlinge in Drittstaaten zu schaffen, wird in Sachen Asylpolitik der Bock zum Gärtner gemacht. Viele Medien und NGOs berichten über die unsäglichen Zustände, die jetzt schon in Flüchtlingslagern z.B. in Libyen herrschen („Viele Flüchtlinge berichten, dass sie dort in Lager gesperrt, misshandelt und vergewaltigt worden seien. Auch von Sklavenhandel ist die Rede, ZEIT-Online vom 29.6.18). Libyen ist ein von Kriegsökonomie durchdrungener failed-state, hier kann und will ich mir keine EU-Außenlager für Flüchtlinge vorstellen!
Was wir statt einer Externalisierung von europäischer Verantwortung nach Afrika brauchen, ist:

+ Ein europäisches Asylsystem, in dem alle EU-Mitglieder ihrer Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen nachkommen.

+ Sanktionen für die EU-Staaten, die das eben nicht tun.

+ Schluss mit Waffenexporten in Krisenländer!

+ Gerechte Handelspolitik, die hilft, Armut weltweit zu lindern.

+ Gerechte Agrarpolitik, die Kleinbauern weltweit eine Chance
gibt.

+ Europäische, österreichische, ungarische, deutsche und bayerische Politiker, die die Not der Menschen nicht für ein paar Prozent bei (Landtags)wahlen instrumentalisieren (wobei höchst fraglich ist, ob sich das überhaupt im Wahlergebnis auszahlt).

+ Gute Integrationsarbeit vor Ort.

Wir brauchen endlich eine wirksame Debatte über eine multilaterale Fluchtursachenbekämpfung!

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